Bretterbauer

Sandkastenfreunde, Uralt-Kumpels, ehemalige Schulkameraden, die man nicht aus den Augen verlieren wollte. Zu dieser Kategorie von Freunden baut man eine besondere Beziehung auf. Immer wieder haben sich die Wege gekreuzt, man ist gemeinsam abgebogen und zusammen weitergezogen. Man ist von den gleichen Leuten fallen gelassen worden und hat auch die gleichen Leuten fallen lassen. Die nämlich, die sowieso nicht wussten, wo es im Leben lang gehen soll.

Manchmal verliert man diese alten Begleiter nie aus den Augen. Trifft sie wieder am Stammtisch, oder bei diversen Jubiläen. Weil man sich immer noch etwas zu sagen hat, bevor man zurückkehrt in sein eigenes kleines Universum.

Im Fall von BRETTERBAUER-Sänger Jakob Bretterbauer und seinen Mitstreitern ist aus diesen alten Verbindungen etwas entstanden, das weit über witzige Kegelabende hinausgeht. Seit sie denken können, sind sich die Österreicher nicht nur als Freunde, sondern auch als Musiker begegnet. Dietmar Wessely (keyboards) und Fabian Müntz (drums) als Jugendliche in der Ska-Punk Band John Doe und später in einer Reggae-Combo. Maximilian Arnold (bass) und Jakob in einer Coverband namens Borkum Riff Experience. Die beiden gründeten auch mit Anfang 20 das Kult-Kunst-Projekt beat.sem.pres, eine elektro-akustische Drum’n’Bass-Band.

 

Es sollte allerdings bis zum Jahr 2008 dauern, bis aus diversen Seitenprojekten ein gemeinsames werden sollte. Jakob BRETTERBAUER war damals mit der Arbeit an seinem Album „Rough Mixes“ beschäftigt. Ein klassisches Singer-Songwriter-Projekt, dem noch eine Rhythmus-Sektion fehlte. Nichts lag näher als sich an Max und Fabi zu wenden und mit ihnen das Album fertig zu stellen. Man blieb auch danach zusammen, spielte in Berlin die ersten Aufnahmen des „Bergheim“-Songs ein und gab dem Sound mit dem Einsatz analoger Synthesizer eine neue Richtung. 2009 erfolgte die Gründung von BRETTERBAUER, als nach einem rauschenden Abend ein Keyboarder engagiert worden war. Wie es das Schicksal wollte, stellte sich ausgerechnet der alte Weggefährte Didi als der ideale  Tastenmann heraus.

2008 und 2010 wurden die ersten Singles veröffentlicht, via FM4 durch den Äther gejagt und als nächstes großes Ziel die Produktion des ersten Albums in Angriff genommen. Dabei wurde bewusst Vintage-Equipment eingesetzt, um einen rohen und unverfälschten Sound zu kreieren. Eine passende Antwort auf den Mainstream, der mit digitalen Hilfsmitteln nahezu jeden Popsong gegen Krawall bürstet und in belanglosen Einheitsbrei verwandelt.

So wird die Zielgruppe der Mitte 13-Jährigen eher nichts mit BRETTERBAUER zu tun haben wollen, und das ist gut so. Für sie gibt es ja Chips-Tüten und Casting-Shows.

Das Publikum aber, das ehrliche, ironische, wütende und durchdachte Songs schätzt, die sich zwischen Akustik-Rock, Grunge und 68er Revolution bewegen, wird aufhorchen. Nicht zuletzt wegen der Stimme und vor allem wegen der Texte von Jakob BRETTERBAUER. Die Lyrics – persönliche Eindrücke und Gedanken, die er in einen allgemeinen Kontext setzt, schreit er der Welt da draußen entgegen und versteckt dabei nie seine Verletzlichkeit. Das ist markant, erfrischend und hat einen extrem hohen Wiedererkennungswert.

 

Es gibt eben Sätze, die nicht geflüstert werden wollen und es gibt Dinge, die verändert werden müssen. Und dafür musst du gegen den Strom schwimmen, ganz ohne Erbarmen. Es wird nicht leicht werden – gut, wenn du Kumpels hast, auf die du dich immer verlassen kannst.

 

 

BRETTERBAUER sind:

jakob bretterbauer – gesang, gitarre

maximilian arnold – bass

dietmar wessely – keyboard/synth

fabian Müntz – drums

konstantin heidler – gitarre

 


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1 comment

  1. cherie rosie

    bretterbauer waren einfach super!!!! tolle texte, großartige musik und unglaublich schicke anzüge!

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